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Die Kompressionstherapie
Warum Kompressionstherapie?
Mehr als 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung (18 bis 79 Jahre) in Deutschland haben Veränderungen an den Beinvenen. Aber nur 22 Prozent davon sind in ärztlicher Behandlung. Wird nicht rechtzeitig eine Therapie begonnen, drohen im schlimmsten Fall Thrombosen, ein offenes Bein oder eine gefährliche Lungenembolie.
Wie arbeiten die Venen?
Die in den Venen liegenden Klappen arbeiten wie Schleusen. Sie pumpen das Blut entgegen der Schwerkraft aus den Füßen über 1,5 Meter hoch zurück zum Herzen. Schließen die Klappen nicht mehr richtig, versackt das Blut in den Beinen und die Venen dehnen sich aus.
Wie sehen die ersten Anzeichen einer Venenerkrankung aus?
Müde Beine, geschwollene Knöchel, Kribbeln, Jucken oder stechende Schmerzen in den Beinen können Anzeichen von Krampfadern sein, noch bevor etwas zu sehen ist.
Was ist das Ziel einer Kompressionstherapie?
Ziel einer Kompressionstherapie ist die Stärkung der Venen. Der Blutfluss soll beschleunigt, der Venendruck gesenkt, die Funktion der Kapillarwand normalisiert und der Stoffwechsel verbessert werden.
Wie funktioniert Kompression?
Kompressionsstrümpfe üben von außen Druck auf die Venen aus. Dadurch verengt sich der Venenquerschnitt um ein Fünftel bis ein Drittel – die Venenklappen schließen wieder und transportieren das Blut besser zurück zum Herzen. Es versackt nicht mehr in den Beinen.
Dadurch sinkt das Risiko von Blutgerinnseln oder Thrombosen. Durch den Druck von außen tritt weniger Gewebsflüssigkeit aus, somit wirkt der Strumpf auch der Bildung von Ödemen entgegen.
Wie viele Kompressionsklassen gibt es?
Es gibt vier Kompressionsklassen, die je nach Grad der Erkrankung angewendet werden. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen in der Festigkeit des Materials, also in dem Druck, der auf die Venen ausgeübt wird.
Welche Kompressionsklasse ist für mich die richtige?
Klasse I: Bei Schwere- und Müdigkeitsgefühl in den Beinen, bei leichter Krampfaderbildung oder bei beginnendem Krampfaderleiden (Varikose) während der Schwangerschaft.
Klasse II: Bei stärkeren Beschwerden, ausgeprägten Krampfadern, leichten Schwellungen, nach oberflächlichen Venenentzündungen, bei stärkeren Entzündungen während der Schwangerschaft, nach Verödungsbehandlungen oder Operationen.
Klasse III: Bei chronischer Veneninsuffizienz, nach Thrombose, bei Hautveränderungen und nach Abheilen von Unterschenkelgeschwüren.
Klasse IV: Bei schwereren Krankheitsbildern als für Klasse III sowie bei Lymphödemen. (Bei Lymphödemen werden vor allem Strümpfe mit Naht angewendet.)
Wo bekommt man medizinische Kompressionsstrümpfe?
Medizinische Kompressionsstrümpfe können bei Notwendigkeit vom Arzt (Hausarzt, Phlebologe, Dermatologe, Orthopäde) verordnet werden. Sie sind medizinische Hilfsmittel und gehen nicht zu Lasten des Arzneimittelbudgets der Ärzte. Mit dem Rezept wendet man sich an den medizinischen Fachhandel (z. B. Sanitätshaus Bargteheide).
Kompressionsstrümpfe sind verordnungsfähig, aber keineswegs verschreibungspflichtig, also freiverkäuflich im Sanitätshaus zu haben. Das geschulte Personal berät und misst exakt die Beine aus, bevor die passende Größe ausgesucht wird. Einen Teil der Kosten übernimmt die Krankenkasse.
Sind Kompressionsstrümpfe nicht unbequem?
Moderne Kompressionsstrümpfe sind atmungsaktiv wie Sport-Funktionstextilien und schwitzfrei. Es gibt sie nicht nur in Beige und Schwarz, sondern auch in trendigen Blau – und Grautönen. Sie sind weich, elastisch und strapazierfähig und von Nylons kaum mehr zu unterscheiden.
Wie lange halten medizinische Kompressionsstrümpfe?
Bei regelmäßigem Tragen hält die medizinische Wirkung ca. sechs Monate an. Danach lässt die Festigkeit des Gestrickes nach. Venenpatienten steht in der Regel dann eine Neuversorgung gegenüber der Krankenkasse zu.
Zwei Paare zum Wechseln können wegen besonderer Beanspruchung oder aus hygienischen Gründen erstattungsfähig sein. Der Arzt trifft hier die Entscheidung.
Kompressionsstrümpfe können von Hand oder in der Waschmaschine bei 40 Grad gewaschen werden, manche sind sogar für Trockner geeignet.
Wann werden medizinische Kompressionsstrümpfe maßgefertigt?
Bei ausgeprägten Körperformen und Körpergröße, bei ungewöhnlicher Beinform, bei unterschiedlichen Kompressionsklassen beider Beine oder bei speziell benötigter Druckverteilung werden medizinische Kompressionsstrümpfe Maß gefertigt.
Wer sollte vorbeugend für seine Venen aktiv werden?
Alle Menschen, die viel stehen, sitzen oder reisen oder die genetisch vorbelastet sind können ihren Venen Gutes tun. Noch bevor Probleme auftreten sollten sie freiverkäufliche, klinisch getestete Strümpfe tragen.
In besonderen Belastungssituationen, z. B. auf langen (Flug-)Reisen oder langem Stehen auf Messen oder im Job wird auch Venengesunden empfohlen, durch das Tragen spezieller Kniestrümpfe rechtzeitig vorzubeugen (z. B. Gilofa 2000 Reisestrümpfe).
Stellt der Arzt eine Venenerkrankung fest, so verordnet er in der Regel medizinische Kompressionsstrümpfe.
IHR SANITÄTSHAUS - TEAM